Didaktisch-methodischer Kommentar

Website: FILM+SCHULE NRW Logineo LMS
Kurs: Behind the Scenes: Decoding Tradwife-Videos
Buch: Didaktisch-methodischer Kommentar
Gedruckt von: Gast
Datum: Freitag, 27. Februar 2026

1.-2. Doppelstunde

 

Pre-viewing

Zu Beginn spekulieren die Schüler:innen anhand eines Stills im „Think-Pair-Share“-Verfahren über den Inhalt des Videos von Nara Smith (M1).

While-viewing

Anschließend sehen sie sich das Video gemeinsam im Plenum an und fertigen Notizen zur Handlung sowie ihren ersten Eindrücken an (M2: Vorderseite). Beim weiteren Anschauen des Videos wird der Fokus auf die Analyse der filmischen Mittel gelegt (M2: Rückseite). Abhängig von der Vorerfahrung der Lerngruppe erläutert die Lehrkraft die einzelnen Aspekte der Filmsprache und führt die Schüler:innen ggf. in die Arbeit mit der App TopShot ein. Nach der gemeinsamen Besprechung können die Schüler:innen eigenverantwortlich anhand von M4 und M5 die Videos der beiden anderen Influencer:innen analysieren und sich ihre Ergebnisse gegenseitig präsentieren. Zur Unterstützung leistungsschwächerer Schüler:innen können die Lösungsblätter zu M4 und M5 als „help sheets“ genutzt werden. Zudem kann vor der Präsentation ein Austausch mit jemandem erfolgen, der/die dasselbe Video bearbeitet hat.

Post-viewing

In der „post-viewing“-Phase folgt eine kritische Auseinandersetzung mit der Tradwife-Bewegung. Hierzu eignen sich zunächst zwei Reflexionsfragen (M6). Abhängig vom Leistungsniveau der Lerngruppe können zuvor „The Tradwife Illusion: Appearance vs. Reality“ (M7) – eine Vokabeleinsetzübung zur Gegenüber-stellung des scheinbar perfekten „TV-Life“ und der „Cinematic Performance“ von Tradwives – sowie/oder „Milestones of Gender Equality in Germany“ (M8) – eine Zuordnung historischer Errungenschaften der Geschlechtergleichstellung zu den jeweiligen Jahrzehnten – analog oder digital bearbeitet werden.

Zur Sensibilisierung für die Risiken der Tradwife-Bewegung lesen die Schüler:innen zunächst den Artikel „The Psychology Behind the 'Tradwife' Trend (BetterHelp)“ und erstellen Notizen zu persönlichen Gefahren. Ergänzend hören sie Ausschnitte aus dem Podcast „Taking the Red Pill: Einstiegsdroge Antifeminismus“ (bpb.de) zu gesellschaftlichen und ideologischen Risiken, die in einer Mediationsaufgabe verarbeitet werden. Die Erkenntnisse werden abgesichert, indem eine Infografik „The Dark Sides of Tradwife Romance“ (M6) erstellt wird – digital (z. B. mit Canva) oder analog, je nach Lerngruppe und Zeitrahmen. Tipp: Setzen Sie die Infografiken zu Beginn der nächsten Stunde im Think-Pair-Share-Verfahren zur Wiederholung ein.

Abschließend äußern die Schüler:innen in einer Evaluation ihre Meinung, etwa als kurzer Kommentar zu einem der besprochenen Tradwife-YouTube-Videos oder in der kreativen „Hot-Seat“-Aktivität (M9): Hier werden die Influencerinnen Nara Smith, Hannah Neeleman oder Estelle Williams „gegrillt“. Zur Vorentlastung notieren die Schüler:innen zuvor kritische Fragen; erhöhen Sie Sprechanteile durch Kleingruppenarbeit, bevor im Plenum reflektiert wird, wie realistisch die simulierten Antworten wirkten.

METHODE: Think-Pair-Share

kooperative Methode, die den Lernprozess in drei klar strukturierte Phasen unterteilt: individuelles Nachdenken (Think), Austausch zu zweit (Pair) und gemeinsames Teilen im Plenum (Share).

Vorteile

  • Aktiviert alle Schüler:innen und senkt die Barriere für Beteiligung, besonders für Zurückhaltende.
  • Hilft beim Vertiefen und Festigen von Wissen durch wiederholtes Reflektieren und Aussprechen.
  • Fördert soziale Kompetenz, Kommunikationsfähigkeit und kritisches Denken.
  • Ermöglicht Differenzierung, da individuell und im eigenen Tempo gearbeitet werden kann.

Varianten

  • Think-Pair-Square: Nach der Partnerphase schließen sich zwei Paare zu einer Vierergruppe zusammen, um Ergebnisse zu erweitern oder zu vertiefen.
  • Silent Think-Pair-Share: Schreiben (bzw. Zeichnen) ersetzt Diskussionen in der Partner- und/oder Plenumsphase.
  • Write-Pair-Share: Statt nur zu denken, werden individuelle Gedanken schriftlich festgehalten und danach ausgetauscht.
  • Stand-up-Pair-Share: Ein dynamischer Ablauf, bei dem die Lernenden für den Austausch aufstehen und sich im Raum bewegen.
  • Think-Pair-Digitise: Schüler:innen nutzen digitale Tools (z.B. Canva) zur Präsentation ihrer Ergebnisse (z.B. einer Infografik).

3.-5. Einheit

Die dritte Einheit startet mit einer aktivierenden Stop & Swap Activity (M10), in der die Schüler:innen verschiedene Aspekte und mögliche Gefahren der Tradwife-Bewegung im dynamischen Austausch mit mehreren Partner: innen diskutieren.

Für die Produktion eines eigenen „Tradwife Spoofs“ in Kleingruppen erhalten die Schüler: innen eine Schritt-für-Schritt-Anleitung (M11) inklusive Infoboxen zu „How to Use Satire in Your Spoof“ und „Ideas for Filming and Editing Your Spoof“ (M12) sowie zwei Arbeitsblätter zur Planung (M13: ”Planning box” und M14: “Story-board Template”). Je nach Vorerfahrung im Kurzfilmformat stehen weitere Materialien zur Verfügung: Beispiel Storyboard (M15) sowie Tipps zum Filmen mit mobilen Geräten (M16). Vor der Präsentation des Kurzfilms im Plenum findet eine Probepräsentation zusammen mit einer weiteren Kleingruppe anhand der Checkliste (M17 Vorder- und Rückseite) sowie ggf. der Möglichkeit der Überarbeitung statt.

Dafür sowie für die abschließende Präsentation im Plenum empfiehlt es sich, die Filme auf dem schulinterne LMS bzw. in “Task Cards”, Google-Drive etc. zu sammeln.

Gelunge Beispiele für Tradwife Spoofs:

em_august (TikTok), Hannah Sauer (TikTok), @heuteshow (YouTube)

METHODE: Stop & Swap

interaktive und bewegungsreiche Lernaktivität, bei der die Schüler:innen Karten mit Fragen, Sätzen oder Dialogimpulsen erhalten. Während die Musik spielt, bewegen sich die Schüler:innen frei im Raum. Sobald die Musik stoppt („Stop“), suchen sie sich einen Partner und tauschen sich zu den auf den Karten stehenden Inhalten aus. Danach tauschen sie die Karten („Swap“) und bewegen sich wieder, bis die Musik erneut stoppt und sie einen neuen Partner finden. Der Prozess wiederholt sich mehrmals.

Vorteile

  • Aktivierung und Auflockerung des Unterrichts durch Bewegung.
  • Förderung der Sprechkompetenz und des spontanen Dialogs.
  • Fördert soziale Interaktion und Kooperationsfähigkeit.
  • Flexibel einsetzbar als Warm-up, Übung oder Motivationshilfe.

Varianten

  • Ohne Musik: Schüler suchen sich selbstständig Gesprächspartner ohne Zeitdruck, was differenzierte Tempi erlaubt.
  • Variation der Aufgaben: Unterschiedliche Aufträge wie „Frage möglichst viele verschiedene Schüler:innen“ oder „Sprich nur mit jemandem mit einer anderen Haarfarbe, etc.“.